
Ein achtjähriger Junge steht im Garten und ruft nach Glühwürmchen. Sie kommen nicht. Stattdessen fliegen sie davon, hinaus in die Sommernacht. Der Junge hält den Moment fest – nicht als Enttäuschung, sondern als Beobachtung. So beginnt das Leben eines Dichters, der später als Westlicher Onitsura neben dem Östlichen Bashō verehrt werden sollte.
Uejima Onitsura war Samurai und Dichter zugleich – zwei Identitäten, die er nie voneinander trennte. Er drohte zweimal mit Seppuku, um seine Ehre zu wahren, bestand aber darauf, erst hundert Verse zu vollenden. Ein Mann zwischen Schwert und Pinsel, der eine Poetik der radikalen Wahrhaftigkeit entwickelte.



