Haiku im Mai – 10 Gedichte voller Licht und Leben

Haiku im Mai

Der Mai ist mild, grün, frisch und duftend. Er ist lebendig, jung, hell und lieblich – der Monat aller Hoffnungen. So wie er blüht keiner.

Als Wort ist der Mai im klassischen japanischen Haiku kein Thema – wohl aber das, wofür er steht. Zehn Haiku voller Licht und Leben.

Die Schwalbe im Nest
kümmert sich nicht um
die Frühlingsberge.

Kobayashi Issa (1763–1828)

sprießen
wachsen
blühen
Glück

Taneda Santōka (1882–1940)

Santōka scherte sich nur noch zu einem Teil um althergebrachte Konventionen – das kommt unseren modernen Zeiten entgegen.

Karpfenfahnen –
in den Himmel schauend
hat man keine Sorgen mehr.

Kaya Shirao (1738–1791)

Karpfenfahnen (Koinobori) sind bunte windsackartige Stofffahnen in Form von Karpfen, die in Japan traditionell zum Kindertag am 5. Mai gehisst werden. Der Karpfen gilt als Symbol für Stärke, weil er gegen den Strom schwimmt.

Die Pfingstrose –
sie fallen aufeinander,
zwei, drei Blütenblätter.

Yosa Buson (1716–1784)

Oh, wie schön!
Und was für ein glückliches Gesicht –
die Pfingstrose!

Kobayashi Issa

Diese dunkle Nacht –
wie stillselig sie ist,
die Pfingstrose.

Kaya Shirao

Blauregen blüht –
Brücken aus Wolken
biegen sich.

Yosa Buson

Auch heute vergeht ein Tag,
auch heute wird es Abend –
Mairegen.

Kobayashi Issa

Mairegen –
im Wasserbottich
Schwertlilien.

Kobayashi Issa

Frischer Frühlingsrasen –
treten Sie näher,
Herr Wasserschnecke!

Kobayashi Issa

Die Wasserschnecke ist ein häufiger Bewohner der Reisfelder.

Haiku im Mai

Zehn Maibilder, zehn Augenblicke. Pfingstrosen fallen, Schwalben nisten, Blauregen wogt – der Mai kennt keine Eile.

Werkstattbericht

Haiku gibt es auch als Buch!

Keine Sprüche. Keine Glückskekslyrik. Dieses Buch zeigt, was Haiku wirklich sind und wie sie wirken: kurz, klar, lebendig – und voller echter Freude.

Kann nicht anders, als zu pfeifen –
der Morgen, der Wald,
so blau!

Ozaki Hōsai (1885–1926)

Sie wirken wie Wellness. Aber sie meinen es ernst! 300 Haiku, die uns glücklich machen.

Diese Haiku sind älter als Instagram – und besser. Japanische Klassiker, neu übersetzt. Lachen, staunen, leben lassen. Drei Zeilen – und die Welt sieht plötzlich anders aus.

Fast Vollmond –
heute Nacht, mit neununddreißig,
bin ich wieder Kind.

Matsuo Bashō (1644–1694)

Ein Haiku ist kein Rätsel. Es braucht keine großen Worte. Es fängt einen Moment ein – klar, direkt, lebendig. Wer Haiku liest, sieht die Welt anders: mit offenem Blick und einem offenen Herzen.

Dieses Buch versammelt 300 klassische Haiku von 29 Autoren – mal heiter, mal zart, oft überraschend. Es ist kein Lehrbuch, sondern eine Einladung zum Staunen, Schmunzeln und Wiederentdecken.

Haiku – Die Poesie des Augenblicks

Haiku zeigen, was im Alltag leicht verloren geht: das Glitzern einer Wasserfläche, das Spiel eines Falters, das Lachen eines Kindes. Kein Zuckerguss – sondern echte, klare Freude.

Für alle, die das Leben spüren wollen – in seiner leichten, warmen, wahren Art.

Auf dem Rücken
der Reispflanzerin schläft
ein kleiner Falter.

Kobayashi Issa (1763–1828)

Herausgegeben und neu übersetzt von Lenny Löwenstern. Erschienen im April 2025. Leseprobe mit Originalhaiku aus dem Buch zum Download (PDF).

Buchabbildung: Haiku, die uns glücklich machen!

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