
Der Eimer hängt fest. Die Ranken der Trichterwinde haben ihn umschlungen, als hielten sie ihn gefangen. Chiyo-jo steht barfuß am Brunnen, das Wasser braucht sie trotzdem. Sie lächelt, dreht sich um und geht zum Nachbarn. So entstehen drei Zeilen, die in Japan jeder kennt – aus einer Geste, die ebenso poetisch ist wie praktisch.
Chiyo-jo (千代女, 1703–1775) war die bedeutendste Dichterin der Edo-Zeit. Sie hinterließ über 1.700 Haiku, malte Haiga und wurde zu Lebzeiten von Yosa Buson um ein Vorwort für eine Anthologie gebeten.



