Haiku mit Pflaumenblüten – begrüße den Frühling mit diesen 10 originalen Kurzgedichten

10 Haiku des Frühlings mit Pflaumenblüten

Die Pflaumenblüte steht ein wenig im Schatten der viel berühmteren Kirschblüte; davon reden sie alle. Dabei ist die Pflaume nicht weniger zart, nicht weniger schön. Nur seltener. Man findet sie eher auf rustikalen Streuobstwiesen, nicht so sehr als Ziersträucher in Parks. Was ein guter Grund ist, diese Wiesen mal wieder zu besuchen.

Im alten Japan war das anders, der Pflaumenblüte wurde eine ziemliche Wertschätzung entgegengebracht. Sie fand früher statt als die Kirschblüte, teils fast noch in den Ausläufern des Winters. Genau deshalb handeln herrliche Haiku von ihr. Von ihr und ihrer unvergleichlichen Schönheit und Zartheit.

Lass dich jetzt und gleich mitnehmen auf eine wohltuende Reise durch das zarte Weiß und Rosa der ersten Blüten des Jahres.

Pflaumenblütenduft –
das Haus der Großmutter
kehrt in die Erinnerung zurück.

Kobayashi Issa (1763–1828)

Der süße Duft der Blüten führt uns zurück in die Vergangenheit. Plötzlich taucht das Haus der Großmutter wieder auf, als wäre es nie weggewesen. Der Frühling duftet nach Geborgenheit, nach Kindheitstagen, nach Erinnerungen und Geschichten. Wir erleben den Madeleine-Effekt.

Der Duft von Pflaumenblüten –
plötzlich leuchtet die Sonne
über dem Bergpfad.

Matsuo Bashō (1644–1694)

Es ist, als würde der Frühling mit einem einzigen Lichtstrahl den Winter vertreiben. Ein Haiku, das an das plötzliche Glück erinnert, das manchmal mitten im Alltag aufleuchtet.

Kleiner Mönch,
lach noch einmal!
Pflaumenblüten.

Kobayashi Issa

Vielleicht steckt das Glück schon im nächsten Lächeln.

Weiße Pflaumenblüten –
die Nacht ist so hell,
als sei es schon Morgen.

Yosa Buson (1716–1784)

Es gibt Nächte, die wirken fast wie Tag. Wenn die weißen Blüten in der Dunkelheit leuchten, scheint es, als würde der Morgen bereits dämmern.

Haiku mit Pflaumenblüten – Der Duft des frühen Frühlings

Der Duft der Dunkelheit,
pflückt man ihn, ist er weiß –
Pflaumenblüten.

Yokoi Yayū (1702–1783)

Kann Dunkelheit duften? Dieses Haiku spielt mit unserer Wahrnehmung.

Der Duft der Pflaumen –
durch die Kälte kehrt er
zu mir zurück.

Matsuo Bashō

Weiße Pflaumenblüten –
ein Zuhause gefunden
im Teehaus bei Kitano.

Yosa Buson

Ein Haiku, das nach Ruhe schmeckt. Nach dampfendem Tee, nach einem Ort, an dem man verweilt. Man muss nichts mehr suchen – man ist angekommen.

Wer diese Stimmung mag: Haiku für jeden Tag hat ein Kapitel über Garten und Balkon – mit Blüten, Pflanzen und der Schönheit des Draußen.

Geknickt wird sie,
doch in der Hand duftet sie –
die Pflaumenblüte.

Chiyo-jo (1703–1775)

Selbst wenn die Blüten geknickt werden, verströmen sie Duft. So geht es Würde und Schönheit, die sich nicht so leicht unterkriegen lassen.

Eine Pflaumenblüte,
eine einzige Blüte –
und doch ein Hauch Wärme.

Hattori Ransetsu (1654–1707)

So lange habe ich sie bewundert
die Blüten, nun schmerzt
mir der Nacken.

Nishiyama Sōin (1605–1682)

Ein kleines Schmunzeln steckt in diesem Haiku. Wer sich zu lange den Blüten hingibt, wird von der Wirklichkeit eingeholt – in diesem Fall von einem steifen Nacken. Doch es hat sich gelohnt.

Frühling liegt in der Luft

Die Pflaumenblüte ist mehr als nur ein Zeichen des Frühlings. Sie ist Licht, Erinnerung, Vergänglichkeit und Hoffnung zugleich.

Haiku mit Pflaumenblüten – Der Duft des frühen Frühlings

Es ist, wie es ist; und die Pflaumenblüte ist, was sie immer war. Zart und duftend. Such dir ein Haiku aus. Eines, das du behältst, mitnimmst – für den Moment, an dem es passt.

Werkstattbericht

bluetenschmetterlinge

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