
Einsamkeit war für die alten Haikudichter kein Problem, das gelöst werden musste. Sie war ein Zustand, manchmal gewählt, manchmal aufgezwungen – aber immer wert, betrachtet zu werden. Wer allein ist, sieht anders. Der Mond scheint heller, die Stille wird hörbar, die eigene Existenz rückt näher.
Diese Haiku klagen nicht. Sie halten fest, was ist: ein Mann auf der Straße, ein leeres Zimmer, ein Stern in der Milchstraße, der vielleicht auch allein schläft. Manchmal ist eine Prise Humor dabei, manchmal nur die nackte Feststellung. Einsamkeit, so zeigen diese Verse, hat viele Gesichter.



