
Das Reisfeld ist in Japan kein bloßes Feld. Es ist Kalender, Spiegel, Bühne. Im Frühjahr geflutet, im Sommer grün, im Herbst golden, im Winter reglos – das Reisfeld zeigt, wo man im Jahr steht. Und weil das Wasser darin ruht, spiegelt es alles: Mond, Sterne, Laternen, Reiher, den Himmel selbst.
Für die Haiku-Dichter war das Reisfeld nie nur Hintergrund. Es war Arbeitsplatz und Andachtsort zugleich, ein Ort, an dem sich das Alltägliche und das Erhabene berühren. Wer ein Reisfeld beobachtet, sieht immer mehr als nur den Reis.



