
Wahre Meister am Werk. Diese traditionellen Haiku sind berühmt und in aller Welt geschätzt. Dennoch sind sie bescheiden und kurz. Aber so knapp sie auch sind, so tief und wahr ist das, was sie uns sagen.
Die Visualisierungen übernahm die künstliche Intelligenz. Kann sie uns eine andere, eine neue Sicht auf die alten poetischen Zeilen ermöglichen?
Eine Kerze brennt,
Yosa Buson (1716–1784)
entzündet das nächste Licht –
Frühlingsabend.

Yosa Buson gilt als einer der bedeutendsten Haiku-Meister Japans. Seine Gedichte zeichnen sich durch eine malerische, visuelle Qualität aus – er war auch Maler.
Spätherbst –
Matsuo Bashō (1644–1694)
der Mensch nebenan,
was beschäftigt ihn wohl?

Bashō ist so etwas wie der Vater des Haiku. Er prägte den Haiku-Stil durch spirituelle Tiefe und Schlichtheit.
Blütenwolken –
Matsuo Bashō (1644–1694)
klingt die Glocke aus Ueno
oder Asakusa?

Ueno und Asakusa sind bekannte Tempel in Edo, dem heutigen Tokio.
Weiter und immer
Taneda Santōka (1882–1940)
weiter hinein –
die grünen Berge.

Es geht immer weiter im Leben, tiefer in die unbekannten Gebiete hinein. Auf dieser Reise gilt es, Schönheit und Bedeutung zu finden.
Tautropfenwelt –
Kobayashi Issa (1763–1828)
ich erkenne sie,
und doch …

Issa betont die buddhistische Vorstellung der Vergänglichkeit. Seine Tautropfenwelt symbolisiert die Welt selbst, betrachtet als etwas Flüchtiges. Das »und doch …« deutet auf eine tiefere Bedeutung, die diese flüchtigen Momente in sich bergen.
Wie viel Zeit bleibt mir
Masaoka Shiki (1867–1902)
noch zu leben?
Die Nacht ist kurz.

Shiki ist der große Reformer des Haiku. Sein Ansatz betonte die Bedeutung von Beobachtung und realistischer Darstellung.
Der alte Teich –
Matsuo Bashō (1644–1694)
ein Frosch springt hinein,
das Geräusch des Wassers.

Das wahrscheinlich bekannteste Haiku von allen. Es vermittelt die Stimmung eines zauberhaften Frühlingstages.
Ihre Rückseiten zeigen sie,
Ryokan Taigu (1758–1831)
dann ihre Vorderseiten –
fallende Ahornblätter.

Ryokan Taigu war ein Zen-Mönch und Dichter. Er lebte in einer einfachen Hütte in den Bergen.
Libellen fangen …
Chiyo-jo (1703–1775)
wie weit er heute wohl
gegangen ist?

Dieses Haiku schrieb Chiyo-jo anlässlich des Todes ihres Sohnes.
Rapsblüten!
Yosa Buson (1716–1784)
Der Mond im Osten.
Die Sonne im Westen.

Das Gedicht stammt aus dem Jahr 1774 und gilt als Busons herausragendstes Werk. Es hebt die ruhige Schönheit der Natur sowie den harmonischen Kontrast zwischen Mondlicht und Sonnenuntergang hervor.
Schnecke,
Kobayashi Issa (1763–1828)
gemach gemach erklimme
den Berg Fuji.

Die Schnecke zeigt uns, dass man auch mit kleinen Schritten große Ziele erreichen kann. Man darf ihr ruhig etwas zutrauen, auch wenn sie den riesigen Berg nicht wirklich schaffen kann.
Werkstattbericht
Die Grafiken wurden von DALL-E und dem Microsoft Designer via Bing generiert.


