Chiyo-jo (1703–1775) – Eine berühmte Haikudichterin

Chiyo-jo – Haikudichterin aus der Edo-Zeit

Der Eimer hängt fest. Die Ranken der Trichterwinde haben ihn umschlungen, als hielten sie ihn gefangen. Chiyo-jo steht barfuß am Brunnen, das Wasser braucht sie trotzdem. Sie lächelt, dreht sich um und geht zum Nachbarn. So entstehen drei Zeilen, die in Japan jeder kennt – aus einer Geste, die ebenso poetisch ist wie praktisch.

Chiyo-jo (千代女, 1703–1775) war die bedeutendste Dichterin der Edo-Zeit. Sie hinterließ über 1.700 Haiku, malte Haiga und wurde zu Lebzeiten von Yosa Buson um ein Vorwort für eine Anthologie gebeten.

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Der Buddha im Haiku – 14 berührende Beispiele

Der Buddha im Haiku - 14 berührende Beispiele

Buddha kam im 6. Jahrhundert nach Japan, zusammen mit Sutren, Statuen und einer neuen Vorstellung vom Tod. Anders als im Westen, wo Religionen einander verdrängen, fand der Buddhismus seinen Platz neben dem Shinto – nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung. Die alten Götter blieben für das Leben zuständig: Geburt, Ernte, Reinheit. Buddha kümmerte sich um das, was danach kommt.

Mit der Zeit wurde er alltäglich. Nicht im Sinne von banal, sondern von gegenwärtig. Buddha-Statuen standen an Wegkreuzungen, in Tempelhöfen, in Hausnischen. Man brachte Reis, zündete Räucherstäbchen an, verbeugte sich im Vorbeigehen. Eine Geste, keine Theologie. Die Dichter sahen das: den abblätternden Lack, den kalten Opferreis, die Libelle, die den Erleuchteten anstarrt, als wäre er ein Stein unter Steinen.

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Spatzen – 11 lebendige Haiku aus Japan

Spatzen - 11 freche Haiku aus Japan

Der Spatz ist kein edles Tier. Er singt nicht schön, er schillert nicht, er zieht nicht in ferne Länder. Er ist einfach da – auf dem Dach, im Staub, am Straßenrand. Vielleicht haben ihn die Haiku-Dichter deshalb so geliebt.

In Japan heißt er Suzume, und er gehört zum Alltag wie der Reis. Überall hüpft er herum, streitsüchtig und geschäftig, in Tempelhöfen und Hintergassen. Kein Vogel der Einsamkeit, kein Symbol für Sehnsucht. Der Spatz ist Gesellschaft – laut, gewöhnlich, unübersehbar.

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12 Haiku über die Liebe – Sehnsucht, Mondlicht und Nächte der Stille

12 Haiku über die Liebe – Sehnsucht, Mondlicht und stille Nächte

Liebe im Haiku ist selten laut. Keine großen Gesten, keine Schwüre. Stattdessen: ein Brief im Mondlicht, ein Blick durch Blätter, das Warten auf jemanden, der vielleicht nicht kommt. Die japanischen Dichter kannten die Liebe in all ihren Formen – die erfüllte und die unerfüllte, die zarte und die verzehrende.

Diese Haiku handeln davon, wie es sich anfühlt, jemanden zu lieben. Manchmal glücklich, manchmal traurig, oft beides zugleich. Denn das ist die Liebe: Sie lässt sich nicht trennen von dem, was sie kostet.

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12 klassische Haiku zu Ostern – Frühling, Neubeginn und das erste Licht

12 klassische Haiku zu Ostern – Frühling, Neubeginn und das erste Licht

Ostern gibt es im alten Japan nicht. Keine Eier, keine Hasen, keine Auferstehung. Aber es gibt den Frühling – und mit ihm alles, wofür Ostern steht: Neubeginn, erstes Licht, das Erwachen nach langer Dunkelheit. Die Haikudichter kannten diese Momente gut. Sie sahen die ersten Knospen, hörten die Lerche, spürten die Wärme zurückkehren.

Diese originalen Haiku passen zu Ostern, ohne es zu nennen. Sie handeln von dem, was nach dem Winter kommt: Leben, das zurückkehrt. Manchmal zaghaft, manchmal überwältigend. Immer schön.

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