20 Haiku über den Frühling

20 japanische Haiku über den Frühling

Wenn im Frühling die Natur die Welt neu erfindet, ist in Japan das Haiku nicht weit. In alten Zeiten verknüpften sich mit dem Frühling unzählige Hoffnungen – die Erleichterung über das Ende des Winters brach sich Bahn.

Das spürt man noch heute in den Zeilen der alten Meister, deren Verse so frisch wirken wie eh und je. Hier sind zwanzig Haiku, neu übersetzt.

Frühlingsbrise –
auf dem Feldweg defilieren
blassblaue Schirme.

Kobayashi Issa (1763–1828)

Der Duft der Dunkelheit,
pflückt man ihn, ist er weiß –
Pflaumenblüten.

Yokoi Yayū (1702–1783)

Der Frühling schwindet –
Vögel kreischen, in den Augen
der Fische Tränen.

Matsuo Bashō (1644–1694)

Eines von Bashōs bekanntesten Haiku. Der scharfe Kontrast zwischen laut und still, Himmel und Wasser, Bewegung und Starre – vor allem aber das unausweichliche Vergehen der Zeit.

Rote Rüben –
selbst das Geschirr
ist in Frühlingsstimmung.

Masaoka Shiki (1867–1902)

Nicht zu fassen –
der Duft des Frühlings
im bunten Gewand.

Masaoka Shiki (1867–1902)

Überall Pflaumenblüten –
soll ich nach Süden?
Oder nach Norden?

Taneda Santōka (1882–1940)

Den langen Tag
zwitschert die Lerche –
nie ist er lang genug.

Matsuo Bashō (1644–1694)

Sogar mein Schatten
wirkt munter und gesund
am Frühlingsmorgen!

Kobayashi Issa (1763–1828)
Frühlingshaiku

Die Pflaumen blühen,
doch die Nachtigall schweigt –
ich bin allein.

Kobayashi Issa (1763–1828)

Pflaumenblüte –
faltige Hände halten
ihren zarten Duft.

Yosa Buson (1716–1784)

Hinterhaus –
selbst im schmalsten Himmel
ein Frühlingsfalter.

Kobayashi Issa (1763–1828)

Das Frühlingswasser
strömt und
umarmt den Fels.

Natsume Sōseki (1867–1916)

Rapsblütenfeld –
mittendrin kräuselt sich ein
kleiner Bachlauf.

Natsume Sōseki (1867–1916)
Frühlingshaiku

Tauwetter –
und das Dorf quillt über
vor Kindern.

Kobayashi Issa (1763–1828)

Die ersten Kirschblüten –
zufällig heute,
so ein schöner Tag!

Matsuo Bashō (1644–1694)

Die Blume der Nacht –
der Schleiermond umhüllt sie
mit seinem Licht.

Chiyo-jo (1703–1775)

Der Schleiermond (oboro-zuki) beschreibt einen Mond, der von Nebel oder Dunst umgeben ist – typisch für den Frühling in Japan.

Glückliche Nachricht,
traurige Nachricht –
der Frühlingsschnee fällt.

Taneda Santōka (1882–1940)
Frühlingshaiku

Am seichten Fluss –
im Osten, im Westen,
überall junge Blätter!

Yosa Buson (1716–1784)

Ein Traum verblasst
in der Frühlingsnacht –
die Tänzerin schweigt.

Masaoka Shiki (1867–1902)

Schwindender Frühling,
noch zögert er –
die letzten Kirschblüten.

Yosa Buson (1716–1784)

Zwanzig Frühlingshaiku, zwanzig Augenblicke des Aufbruchs. Die alten Meister sahen im Frühling nicht nur Schönheit, sondern auch Abschiede – von den letzten Kirschblüten, vom Winter. Und Ostern? Gab es in Japan nicht. Aber hier sind: 12 klassische Haiku zu Ostern – Frühling, Neubeginn und das erste Licht

Werkstattbericht

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Übersetzerhinweis

Wie ich übersetze
Die Übersetzungen stammen von Lenny Löwenstern. Jede Zeile wurde sorgsam bearbeitet – nicht automatisch, sondern mit viel Sprachgefühl und modernen Werkzeugen. Ziel war, das Wesen der japanischen Originale zu bewahren – in einer Weise, die heute berührt.
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