
Katzen tauchen in Issas Versen auf wie selbstverständlich. Sie schlafen auf Fächern, wetzen Krallen an Winterdecken, verschwinden in Moskitonetzen. Sie sind keine Symbole, keine Metaphern – sie sind einfach da. Und genau das macht sie so gegenwärtig.
Issa beobachtete das Kleine, das Übersehene. Die Katze, die sich unter dem Vordach wäscht. Den Streuner, der nachts auf Brautschau geht. Das Tier, das beim Jahresendfest selbstverständlich Platz nimmt, als gehöre es zur Familie. In diesen Haiku steckt kein Urteil, keine Moral – nur Zuneigung und ein leises Schmunzeln.
Zwanzig Haiku, zwanzig Szenen mit Samtpfoten. Manche spielen im Sommer, andere im tiefsten Winter. Alle zeigen Issas Blick: liebevoll, genau, nie sentimental.



