Letzter Pinselstrich am von Lenny Löwenstern – Drei Zeilen, ein Augenblick
Die Chrysantheme hat in Japan eine besondere symbolische Bedeutung: Sie steht für Langlebigkeit, Eleganz, aber auch für Trauer und den Herbst. Auf Japanisch heißt sie schlicht Kiku. Ihre Blüten entfalten sich spät im Jahr und setzen leuchtende Akzente, wenn bereits vieles verblasst.
Letzter Pinselstrich am von Lenny Löwenstern – Drei Zeilen, ein Augenblick
Was könnte der Sternenhimmel anderes sein als pure Magie? Das empfanden auch die alten Dichter schon so. Aber um wie viel prächtiger muss damals der nächtliche Himmel gewesen sein – so ganz ohne Lichtverschmutzung und allseitige Beleuchtung? Diese Verse führen dich genau dahin zurück.
In Japan galten Sterne lange als weniger poetisch als der Mond. Zu fern, zu klein, zu stumm. Und doch: Wer genau hinsieht, findet sie überall in der klassischen Dichtung. Als Begleiter der Schlaflosigkeit. Als Zeugen der Einsamkeit. Als letzte Lichter vor dem Morgen.
Elf Haiku, elf Blicke nach oben. Manche geschrieben in Winternächten, andere im Spätsommer, wenn die Zikaden verstummen und der Himmel aufklart. Alle verbindet dasselbe Staunen – und dieselbe Stille danach.
Letzter Pinselstrich am von Lenny Löwenstern – Drei Zeilen, ein Augenblick
Die Libelle (Tombō) hat in Japan eine kulturelle Bedeutung. Sie wird als Symbol für Mut, Glück und Erfolg betrachtet, weil sie sich im Flug nicht rückwärts bewegt. Im Haiku taucht sie häufig auf – die fliegenden Juwelen mit den großen Augen haben die alten Japaner seit jeher beeindruckt.
Hier sind zwanzig staunenswerte Exemplare von Kobayashi Issa.
Letzter Pinselstrich am von Lenny Löwenstern – Drei Zeilen, ein Augenblick
Der Weg des Haiku ist jener der leichten Schritte. Wie ein Reisender mit bloßen Füßen über feuchte Steine tritt, so bewegen sich die Worte – behutsam, ohne zu viel zu wollen. Ein Vers ist genug, um den Himmel zu öffnen; eine Zeile reicht, um den Wind zu hören.
Diese Sammlung ist für all jene, die Worte wie Kiesel ins Wasser werfen und den Kreisen nachschauen. Für diejenigen, die einen Gruß nicht mit vielen, sondern mit wenigen Worten übermitteln – dafür mit umso mehr Bedeutung.
Letzter Pinselstrich am von Lenny Löwenstern – Drei Zeilen, ein Augenblick
Was sind eigentlich diese winzigen japanischen Gedichte, die man Haiku nennt? Man begegnet ihnen öfter – entweder als jahrhundertealte Originale oder in moderner westlicher Form. Jeder kann sie lesen. Doch nur die besten Haiku verheißen Glück auf die Schnelle.
Das Haiku ist eine der kürzesten, der ältesten und zugleich schlichtesten Formen der Dichtung. Es nimmt sich flüchtiger Momente an – wie ein Fenster, das sich für einen Augenblick öffnet.