
Der Haikufrosch ist wieder da, denn ohne Frosch geht es nicht. Bashōs berühmtes Froschhaiku hat Frosch und Dreizeiler untrennbar vereint. Der Frosch (Kawazu) war und ist ein überaus beliebtes Thema des klassischen Haiku.
An seinem Beispiel lässt sich allerhand demonstrieren. Da mag er noch so grün und glitschig sein – gequakt und gehüpft wird immer.
Vollauf versunken –
Kobayashi Issa (1763–1828)
selbst in den Augen des Frosches
nur Kirschblüten!
Das Leben ist schön –
Kobayashi Issa
lauthals quaken
die Frösche.
Auf einem Knie
Kobayashi Issa
unterm Mondlicht –
ein Abendfrosch.
Ich schüre das Feuer –
Naitō Jōsō (1662–1704)
unter der Traufe
quaken die Frösche.
Tau hat sich gesammelt –
Kobayashi Issa
glücklich taucht auf
ein Frosch!
Alter Teich –
Matsuo Bashō (1644–1694)
ein Frosch springt hinein.
Geräusch des Wassers.
Das wahrscheinlich berühmteste Haiku der Welt. Weitere berühmte Haiku von Bashō
Am Goldröschen –
Kobayashi Issa
mit einer Hand klettert er
hinab, der Frosch!
Ein Wassergraben lässt
Yokoi Yayū (1702–1783)
die Leute springen –
die Frösche quaken.
Vertauschte Rollen: Nicht der Frosch springt, die Menschen tun es. Der Frosch kommentiert das quakenderweise.

Ob Landregen oder
Kobayashi Issa
Wolkenbruch –
die Frösche quaken.
Die Frösche machen einfach weiter, egal, was von oben kommt.
Am Rande des Reisfelds –
Mukai Kyorai (1651–1704)
einen Regenbogen auf dem Rücken
quakt der Frosch.
Morgendämmerung –
Kobayashi Issa
noch steht der Mond im Fenster,
die Frösche quaken.
Es regnet Pflaumenblüten –
Kobayashi Issa
plantschend und platschend
quakt der Frosch.
Dreizehn Frösche, dreizehn Sprünge. Sie quaken im Mondlicht, im Regen, im Tau – unbeirrt und zufrieden. Such dir ein Haiku aus, eines, das du behältst für den Moment, an dem es passt.
Werkstattbericht
Die Grafiken wurden von DALL-E und dem Microsoft Designer via Bing generiert.


