Hakō, eine Dichterin aus dem alten Japan

Hakō, eine Dichterin aus dem alten Japan

So hätte sie aussehen können – die Frau, die eine rote Feder hielt. Einige Verse sind erhalten. Ihr Gesicht nicht. Doch dieser Ausdruck kommt ihr vielleicht nahe: wach, diszipliniert, aber nicht gebändigt.

Die rote Feder: Poesie einer unbeirrbaren Frau

In einer Zeit, in der das Dichten den Männern gehörte und die Regeln festgezurrt waren, schrieb sie sich mit roter Feder in die Literaturgeschichte: Hakō (羽紅) war eine der wenigen namentlich bekannten Dichterinnen der Edo-Zeit. Ihr Name – ein Bild aus »Feder« (羽) und »Karmesinrot« (紅) – war nicht nur ein Pseudonym. Er war Programm.

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10 Haiku für mehr Leichtigkeit im Alltag

10 Haiku für mehr Leichtigkeit im Alltag

Mach es dir leicht, denn das Leben ist schwer genug. Haikulesen ist eine kleine Erfrischung für Zwischendurch. Diese hier haben zwar kein gemeinsames Thema, aber sie heben uns ein stückweit hoch. Immer geht es um einen Moment des Loslassens, des Schwebens, des Nicht-Gebundenseins.

Diese Haiku erinnern uns daran, dass Leichtigkeit nicht das Gegenteil von Tiefe ist – sondern vielleicht ihre feinste Form. Sie ist die Kunst, da zu sein, ohne zu haften. Wie ein Windzug am Rand des Sommers. Wie ein Drachen, der hoch genug steigt, um aus dem Blick zu verschwinden.

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Yokoi Yayu (1702-1783) – Der Samurai unter den Haiku-Dichtern

Yokoi Yayu in fortgeschrittenem Alter, dargestellt mit Schreibutensilien.

Yokoi Yayu in fortgeschrittenem Alter, dargestellt mit Schreibutensilien. KI generiert nach einer alten Zeichnung (sie ist weiter unten zu sehen)

Yokoi Yayu (1702–1783) – der Samurai, der Haiku liebte

Wenn man an klassische Haiku denkt, tauchen sofort die großen Namen auf: Bashō, Buson, Issa. Doch es gibt auch andere Meister, die sich mit feinem Witz und Ernst einen Platz in der Geschichte erdichtet haben – einer von ihnen ist Yokoi Yayu.

Geboren 1702 in Nagoya, mitten in der goldenen Mitte der Edo-Zeit, wuchs Yayu als Sohn einer angesehenen Samurai-Familie auf. Der Vater war Beamter im Dienste des Owari-Klans, einer mächtigen Tokugawa-Seitenlinie.

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Herbstlaub – 14 Haiku über Vergänglichkeit und die Schönheit fallender Blätter

Herbstlaub – 14 Haiku über Vergänglichkeit und die Schönheit fallender Blätter

Herbstlaub … so schön es auch ist, so schnell geht es ins Kitschige. Die Lyrik ist nicht gefeit, im Gegenteil. Wehmütig darf er aber schon werden.

Allzu viel romantisieren, davor sollte man sich hüten, denn auch der Herbst ist eben nur der Herbst, nichts weiter. Aber voller Wunder. Die Farben der Bäume, der Blätter, die Veränderung, die wir mit allen Sinnen wahrnehmen können; man muss nur schauen, riechen, spüren und hören.

Die Blätter fallen, wir stehen staunend da, sehen und hören dem Rascheln zu. Vielleicht liegt darin schon das ganze Glück. Unbedingt in einem Wald oder an einem baumgesäumten Fluss erleben. Die sind nie weit entfernt. Ach, aus dem Fenster schaut es sich auch schön.

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Wie Haiku uns hören lassen – der Klang der Natur

Wie Haiku uns hören lassen - der Klang der natürlichen Welt

Japaner hatten und haben ein feines Gehör für natürliche Geräusche – ob plätschernd, sickernd, ploppend, tropfend, murmelnd oder eben vollkommen still.

Früher konnte man Wasser überall hören. Man ging durch ein Feld und hörte es murmeln und sickern zwischen den Halmen. Heute läuft im Hintergrund Musik – immer, überall. Auch in Japan. Die Welt ist mit Tönen zugekleistert. Und wenn keine Musik gespielt wird, hat man die eigene dabei, Kopf- und Ohrhörer sind überall. Heute will man die Umwelt nicht mehr wahrnehmen, man separiert sich, schützt sich vor ihr, kapselt sich ab.

In der Edo-Zeit lauschten Dichter dem Wind, dem Tropfen eines Baches, dem ersten Ruf eines Vogels. Sie schrieben Gedichte und hatten ein feines Gespür für den Klang, der sie umgab. Ob man davon noch etwas hören kann?

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