Kaki als Herbstsymbol im klassischen Haiku

Kaki als Herbstsymbol im klassischen japanischen Haiku

In Japan ist die Kaki (柿) weit mehr als nur eine Frucht. Sie ist ein poetisches Manifest, ein Symbol für Herbst, Reife und Vergänglichkeit – und manchmal auch für Einsamkeit. Anders als die vielzitierten Kirschblüten blüht die Kaki spät.

Wenn im Herbst die Blätter längst gefallen sind, hängen die goldorangen Früchte noch an den kahlen Zweigen – ein letzter Gruß der Natur vor dem Winter. Man könnte sagen, was bei uns der Kürbis für den Herbst ist, ist in Japan die Kaki: dieselbe Farbe, dieselbe Jahreszeit – und doch ganz anders im Wesen.

Santōka liebte sie, Shiki konnte nicht genug von ihnen bekommen, und Kyorai lebte gar in der »Hütte der fallenden Kakis«, wie er sein Zuhause nannte.

Weiterlesen …

Ōshima Ryōta (1718-1787) – Erneuer des Haiku

Ōshima Ryōta dichtet (KI Bild)

Stell dir vor, du bist im alten Japan unterwegs, irgendwo zwischen Edo (dem heutigen Tokio) und den Bergregionen Shinanos. Es riecht nach feuchter Erde, die Kiefern stehen im Wind, und du hörst das Plätschern des Mairegens …

So beginnt etwas, das heute als Haiku bekannt ist – und Ōshima Ryōta war einer der Männer, die dieser Form im 18. Jahrhundert neues Leben eingehaucht haben. Einer, der gegen den Strom dichtete. Mit Leidenschaft, mit Humor – und mit einem Blick für das Wesentliche.

Weiterlesen …

12 der besten Haiku, die du heute lesen wirst

Die 12 besten Haiku, die du heute lesen wirst (versprochen)

Sie sind frisch, emotional stark, leicht zugänglich – und haben das gewisse Etwas, das hängen bleibt.

Vögel über den Wolken, Menschen im Meer. Ein Flügelschlag und du bist woanders. Diese zwölf Haiku sind kurz – aber treffen. Mal weich. Mal klar. Lies sie. Und lies sie nochmal.

Ich habe auf emotionale Dichte, kleine Überraschungen, poetische Schlagkraft oder feinen Humor geachtet – Qualitäten, die das Versprechen der Headline einlösen. Es geht bunt durch die Jahreszeiten. Spüre die Kraft der alten Texte. Issa dominiert die kleine Auswahl.

Weiterlesen …

Mukai Kyorai (1651-1704) – Haiku-Dichter aus der Hütte der fallenden Kaki

Mukai Kyorai (1651-1704) – Haiku-Dichter aus der Hütte der fallenden Kaki

Oben: KI Porträt von Kyorai nach einer Zeichnung von Yokoi Kinkoku (1761–1832)

Es ist eine stille Ecke im Westen von Kyōto. Dort, wo sich die Bambushaine von Sagano in den Hang schmiegen und das Licht durch das Blattwerk flimmert, steht eine unscheinbare Hütte. Ihre Mauern sind aus Lehm, das Dach gedeckt mit Stroh. Vor der Tür – ein Kakibaum, dessen Früchte im Herbst in leuchtendem Orange reifen. Sie fallen, wie der Name der Hütte sagt, zu Boden.

Weiterlesen …

Der Duft des Haiku – 13 klassische Dreizeiler nicht nur für die Nase

Der Duft des Haiku - 13 klassische Dreizeiler voller Schönheit

Man muss kein angehender Parfümeur sein, um in Düften schwelgen zu wollen. Haiku können sinnlich sein, Gerüche gehören ganz selbstverständlich dazu. Häufig sind es Blüten, was naheliegt.

Das alte Japan mag ganz anders gerochen haben, als wir es uns heute vorstellen können, vor allem in den Städten. Dennoch kommen uns die Haiku auch hier vertraut vor. Vieles ist nämlich immer noch wie damals. Die Welt hat sich gar nicht so geändert. Pflaumenblüten sind immer noch Pflaumenblüten, was immer zwischendurch geschehen sein mag.

Weiterlesen …