
Zehn Haiku, die sich ums Meer drehen. Um Weite. Um Wind. Um das, was in uns mitschwingt, wenn wir aufs Wasser blicken. Verbunden ist es mit allerlei Sehnsüchten, der Farbe Blau und zumeist positiven Erinnerungen.
Alle diese Haiku habe ich direkt aus dem Japanischen übertragen. Die Dreizeiler sind entspannt und oft ein wenig melancholisch.
Mit der Hand
Kobayashi Issa (1763–1828)
schöpfe ich den Ozean –
Abendkühle.
Spielerisch und zugleich kontemplativ. Du kannst das Meer nicht wirklich schöpfen. Aber du kannst es berühren. In diesem Moment verbindet sich das Unendliche mit dem Einfachen.
Was ich auch anschaue,
Kobayashi Issa
die Berge, das Meer …
Herbstabend!
Vögel in den Wolken,
Kobayashi Issa
Menschen spielend im Meer –
was für ein Tag!

Frühlingsmeer –
Yosa Buson (1716–1784)
den ganzen Tag
nur Schwappen.
Und nun? Mitschwappen genügt vielleicht schon.
Meine verstorbene Mutter –
Kobayashi Issa
jedes Mal, wenn ich das Meer sehe,
wirklich jedes Mal …
Die Kiefer verdeckt es –
Yosa Buson
ein kleines Stück Meer
wird zwischen den Blüten sichtbar.
Mein müdes Herz –
Taneda Santōka (1882–1940)
die Berge, das Meer,
viel zu schön.
Jetzt bin ich hier –
Taneda Santōka
grenzenlos blau
ist das Meer.
Zuletzt hat sie sich
Kobayashi Issa
dem Meer zugewendet –
die Winterkamelie.
Herbstanfang –
Matsuo Bashō (1644–1694)
Meer und Reisfelder
ein einziges Grün.
Der Ozean zeigt seine grüne Seite. Alles erscheint als eine einzige weite Fläche – das Wasser, das Land.

Zehn Wellen, zehn Stimmungen. Das Meer ist, was es immer war: groß und blau. Such dir ein Haiku aus – eines, das du behältst für den Moment, an dem es passt.
Werkstattbericht
Die Grafiken wurden von DALL-E und dem Microsoft Designer via Bing generiert.


