Letzter Pinselstrich am von Lenny Löwenstern – Drei Zeilen, ein Augenblick
Masaoka Shiki (1867–1902) hat in nur 34 Lebensjahren geschafft, was Generationen vor ihm nicht wagten: Er holte das Haiku aus der Vergangenheit und führte es ins moderne Japan. Mit über 20.000 Gedichten hinterließ er ein gewaltiges Werk. Sein Leben war geprägt von Krankheit, Schmerz und einer radikalen Liebe zur Wahrheit in der Poesie.
Geboren in eine verarmte Samurai-Familie, verlor er früh den Vater. Mit 16 schlug er sich auf eigene Faust nach Tokio durch. Dort traf er auf den später berühmten Schriftsteller Natsume Sōseki und begann, das Haiku neu zu denken: nicht mehr verträumt und spielerisch, sondern klar, realistisch und dennoch naturverbunden.
Letzter Pinselstrich am von Lenny Löwenstern – Drei Zeilen, ein Augenblick
Der Haikufrosch ist wieder da, denn ohne Frosch geht es nicht. Bashōs berühmtes Froschhaiku hat Frosch und Dreizeiler untrennbar vereint. Der Frosch (Kawazu) war und ist ein überaus beliebtes Thema des klassischen Haiku.
An seinem Beispiel lässt sich allerhand demonstrieren. Da mag er noch so grün und glitschig sein – gequakt und gehüpft wird immer.
Letzter Pinselstrich am von Lenny Löwenstern – Drei Zeilen, ein Augenblick
Kannst du nicht schlafen? Baldrian hilft nicht? Musik stört? Dann probiere es mit einem Vers. Haiku sind genau richtig – schnell gelesen und sie beruhigen, ohne anzustrengen.
Letzter Pinselstrich am von Lenny Löwenstern – Drei Zeilen, ein Augenblick
Wie es einmal gewesen ist, so wird es nie mehr. Das Gefühl nennen wir Wehmut oder Nostalgie. Wir schwelgen in Erinnerungen, selbst wenn es wehtut. Wir denken an Menschen, die nicht mehr da sind, und an Zeiten, die es nicht mehr gibt.
Zehn zarte Verse, die uns den Schmerz spüren lassen, ohne dabei plump und direkt zu sein.