
Tau ist das Bild für alles Vergängliche. Er erscheint im Morgengrauen, glänzt kurz in der Sonne und ist verschwunden, bevor der Tag richtig beginnt. Die japanischen Dichter wussten das – und sie wussten auch, dass man trotzdem staunen kann. Vielleicht gerade deshalb.
»Tsuyu no yo« – die Tautropfenwelt – ist ein alter Ausdruck für die Flüchtigkeit des Lebens. Alles, was wir haben, ist geliehen. Aber in diesem Wissen liegt kein Verzweifeln, sondern eine seltsame Freiheit: Wenn nichts bleibt, darf man sich an allem freuen.



