
Papier reißt. Papier vergilbt. Papier verbrennt in Sekunden. Und doch haben die alten Japaner daraus Kleider gemacht, Wände, Schirme, Drachen. Sie haben ihr Leben hineingefaltet – in ein Material, das jederzeit versagen kann.
In diesen Haiku taucht Papier nicht als Schreibgrund auf, sondern als Stoff des Alltags. Die Shoji-Wand, die Schatten durchlässt, aber keine Farben. Der Kamiko-Mantel, der kaum wärmt, aber trotzdem getragen wird. Die kleinen Puppen am Regenschirm. Es ist immer ein Balanceakt: zwischen Schutz und Zerbrechlichkeit, zwischen Armut und Würde.



