
Der Hund im klassischen Haiku ist kein treuer Begleiter, kein Held. Er schläft. Er döst. Er liegt im Weg. Manchmal bellt er kurz, dann ist wieder Ruhe. Die alten Dichter beobachteten ihn ohne Sentiment – ein Tier unter vielen, Teil der Szene.
In Japan hatte der Hund nie den Stellenwert, den er heute in Europa genießt. Er war Wachhund, Straßenbewohner, Randgestalt. Gerade deshalb taucht er in Haiku oft überraschend auf: ein schlafendes Bündel auf dem Fährboot, ein Streuner im Spätherbstregen, ein alter Hund mit einer Libelle auf dem Kopf.
Zehn Haiku, zehn Hunde. Die meisten stammen von Issa. Alle zeigen dasselbe: einen Moment, in dem der Hund einfach da ist.



